Nikolaikapelle und Friedhof

Goseriede, Hannover

Am Steintor in der Goseriede stehen drei markante Gebäude: das Anzeiger-Hochhaus, das ehemalige Goseriede-Bad - jetzt Ausstellungsraum der Kestner-Gesellschaft, und die Nikolaikapelle, heute eine Ruine. Dabei ist letztere für Hannover eines der interessantesten, ältesten und bautechnisch wichtigsten Gebäude.

Im Mittelalter wütete immer wieder nicht nur die Pest sondern auch die Lepra. Wegen der hohen Ansteckungsgefahr baute man für die Kranken außerhalb der Stadtmauer besondere Refugien, zu denen stets auch eine Kapelle gehörte. In Hannover wird eine solche "capella leprosorum extra muros" als "vor dem Steintore gelegen" erstmals 1284 erwähnt. Von ihr ist sichtbar nichts mehr erhalten.

Dagegen existiert von einem Neubau aus der Zeit um 1225/30 der polygonale gotische Chor. Dazu gehörte früher ein barockisiertes Langhaus. Bis zum Bau der Christuskirche hielt von 1859 bis 1864 die neu gegründete Christuskirchen-Gemeinde hier ihre Gottesdienste ab. Von 1883 bis 1914 diente sie der englischen Gemeinde in Hannover als Kirche und wurde deshalb auch später noch als "Englische Kapelle" bezeichnet.

Eine 1898 an der Nordseite angebaute Denkmalhalle mit etwa 350 künstlerisch wertvollen Grabsteinen wurde ebenso wie das Langhaus am 25. Juli 1943 durch Bomben stark beschädigt bzw. zerstört. Zehn Jahre später wurden große Teile der Mauern des Langhauses abgebrochen, "um die Chance der Zerstörungen zu einem Neuanfang zu nutzen und Hannover zu einer autogerechten Stadt umzubauen", wie es damals hieß.

Inzwischen fährt die Straßenbahn unterirdisch und benötigt kein eigenes Gleisbett mehr, ein "Rückbau" steht an. Zugleich hat der Zahn der Zeit an den Mauern genagt. Umfangreiche Untersuchungen durch das Institut für Architekturgeschichte der Universität Hannover haben bewiesen, dass die Kapelle die wohl ältesten Backsteinreste Hannovers enthält.

Inzwischen sind die Mauerkronen der Kapelle mit Blei abgedeckt. Es geht nun um den Friedhof, der mittlerweile in einem erbarmungswürdigen Zustand ist. Das muss nicht sein! Von den ursprünglich 350 Grabmalen gibt es noch mehr als 250, die jedoch stark gefährdet sind und dringend einer Restaurierung bedürfen. Mit elf ausgewählten Steinen wird jetzt mit Förderung durch die Stiftung ein Anfang gemacht. Ob weitere Grabmale folgen können hängt von Ihnen ab. Helfen Sie mit, aus dem Friedhof wieder ein Schmuckstück Hannovers zu machen.

Spenden werden erbeten an die Baudenkmal-Stiftung Raum Hannover. Bitte immer das Kennwort 1 000 105 Nikolaikapelle angeben!

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Jeremias Sutel bittet um Ihre Hilfe!

Zu den wertvollsten und interessantesten Grabmalen, bei denen bald etwas geschehen muss, gehört der von seinem Schüler Ludolf Witte geschaffene Stein des Bildhauers Jeremias Sutel. Seine Restaurierung ist mit mindestens 2.000,- € veranschlagt. Es wäre schön, wenn sich nicht nur ein Spender für die Restaurierung, sondern auch ein Pate für die weiteren Erhaltungsmaßnahmen finden würde.